25. Mai 2009

Nach der Hauptversammlung (von links): Gerhard Haug, Harro Höfliger, Prof. Dr.-Ing. Martin Wührl, Landrat Johannes Fuchs und Vorsitzender Horst Baßmann
Bei der Mitgliederversammlung des Fördervereins Campus Backnang e.V. berichtete der Vorstand über die Aktivitäten des Vereins im ersten Jahr seit seiner Gründung. Der Verein fördert den Aufbau der beiden neuen Studiengänge der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Stuttgart (DHBW, früher Berufsakademie Stuttgart) am künftigen Campus Backnang.
Der Förderverein hat es sich vor allem zur Aufgabe gemacht, Unternehmen in der Verpackungs- und Automatisierungstechnik sowie der Telekommunikation anzusprechen, die Ausbildungsplätze und Dozenten zur Verfügung stellen und bei der Besetzung dieser Plätze zu unterstützen. Dazu wurden zwei Newsletter bundesweit versandt um das Angebot des Campus Backnang bekannt zu machen. Außerdem waren die Vorstände bei vielen Unternehmen, um für den Studienort Backnang zu werben. Durch zwei Sonderbeilagen in den Zeitungen im Kreis wurden potenzielle Bewerber über das Angebot bei den Unternehmen informiert.
Wie Vorsitzender Horst Baßmann erläuterte, müssen gerade in der jetzigen konjunkturellen Situation Investitionen in Bildung und Qualifizierung verstärkt werden. Sonst vergrößern sich die bereits vorhandenen Lücken beim Ingenieurnachwuchs noch weiter. Darüber hinaus seien sich alle Fachleute einig: nur mit bestens ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern kann Deutschland seine Stellung unter den Industrienationen der Welt behaupten. Für die hiesigen Unternehmen kann der Campus Backnang ein wichtiger Beitrag werden.
Der Studiengang Maschinenbau Verpackungs- und Automatisierungstechnik ist auf die Bedürfnisse einer wichtigen Branche für den Rems-Murr Kreis und den Landkreis Schwäbisch Hall zugeschnitten. Insgesamt sind in den beiden Räumen über 10.000 Mitarbeiter in der Verpackungstechnik beschäftigt. Damit ist eine gute Basis für einen jährlich auch zahlenmäßig starken Studiengang vorhanden, auch wenn momentan die konjunkturelle Situation die Möglichkeiten der Unternehmen einschränkt. Für den Studienschwerpunkt Telekommunikation stellt das Cluster der Backnanger Telekommunikations-Unternehmen eine gute Ausgangsbasis dar. Für einen dauerhaft großen und stabilen Studiengang ist diese allein jedoch nicht ausreichend. Deshalb müssen überregional Unternehmen für die Ausbildung am Campus Backnang gewonnen werden. Da dieser Studiengang einmalig in der gesamten Bundesrepublik ist, stehen die Chancen dafür gut.
Grundlage der Zusage des Landes Baden-Württemberg für den Studienstandort Backnang war die Bereitschaft der Region sich finanziell erheblich zu engagieren. Insgesamt werden auf die Dauer von 10 Jahren 4,8 Millionen Euro in Form von Bar- und Sachmitteln bereitgestellt. Davon übernimmt der Rems-Murr-Kreis 1,1 und die Stadt Backnang 1,2 Millionen Euro. Untergebracht wird der Campus im ehemaligen Postgebäude an der Bahnhofstraße. Die regionale Wirtschaft beteiligt sich mit 2,5 Millionen Euro an der Finanzierung. Die Bereitschaft der Betriebe, sich an dieser Zukunftsinvestition zu beteiligen ist trotz der Wirtschaftskrise groß. Bisher hat der Förderverein schon Spendenzusagen über insgesamt 1,34 Millionen Euro. Damit ist die Finanzierung des Campus Backnang so gut wie gesichert.
Professor Dr.-Ing. Martin Wührl von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg stellte die Veränderungen dar, die sich durch die Umwandlung der Berufsakademien in eine vollwertige Duale Hochschule ergeben. Die Studenten erwerben künftig mit dem Bachelor of Engineering einen international anerkannten akademischen Grad. Vorgesehen ist außerdem der Ausbau der DHBW zu einer Volluniversität, an der auch der Master erreicht werden kann. Das bewährte Prinzip des dualen Studiums, also praktische Ausbildung im Unternehmen und gleichzeitig theoretisch wissenschaftliche Vertiefung an der DHBW wird beibehalten. Dadurch ergibt sich für die Studenten der Vorteil, dass sie während des 3jährigen Studiums von ihrem Ausbildungsbetrieb eine Vergütung erhalten und außerdem nach ihrem Abschluss so gut wie sicher einen Arbeitsplatz haben.
Die Regularien waren schnell abgehandelt. Der Kassenprüfer Werner Schmidgall konnte dem Schatzmeister Rüdiger Kieninger ein erstklassiges Zeugnis ausstellen, so dass der gesamte Vorstand einstimmig entlastet wurde.